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Der Tanz der Hormone

München/Zürich/AK. Hormone steuern die Funktionen unseres Körpers: Unseren Stoffwechsel, unser Wachstum, unser Gewicht, unsere Fruchtbarkeit und unseren Wasserhaushalt. Sie beeinflussen, wie wir uns fühlen, ob wir ängstlich, unausstehlich oder in Hochstimmung sind, setzen Pubertät und Menopause in Gang. Die Wissenschaftsjournalistin Vivienne Parry gibt mit ihrem Buch „Der Tanz der Hormone“ eine spannende Einführung in die „geheime Welt der Hormone“, um deren umfassendes Zusammenspiel im Körper besser zu verstehen. Dieses endokrine System der Drüsen und Hormone im Körper lässt sich ein wenig mit dem Atmen vergleichen: Es funktioniert zum einen unabhängig von unserm bewussten Denken. Andererseits beeinflussen wir durch unsere Handlungen und Emotionen die Hormonausschüttung in unserem Körper, egal ob wir Sport treiben oder uns verlieben.
Die Autorin führt in die Geschichte der Hormone ein. Wir erfahren, dass der Begriff „Hormon“ noch jung ist und vor etwas mehr als hundert Jahren, im Juni 1905 bei einem Vortrag vor dem Royal College Physicians in London verwendet wurde. Sie erklärt sehr genau das endokrine System, wie und wo welche Hormone gebildet werden, unter anderem in den Eierstöcken, den Hoden, den Nebennieren, in der Schilddrüse und der Bauchspeicheldrüse, was Hormone im Körper bewirken und aus welchen Stoffen sie bestehen. Sie beschreibt sehr anschaulich, welche Hormonexplosionen in der Teenagerzeit und zwischen zwei Menschen, die sich anziehend finden, entstehen, (Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit), welche Rolle Hormone bei Stress und Depression, bei der Kontrolle von Appetit und Sättigungsgefühl, beim Energiegleichgewicht spielen und wie sie die Stimmungen und Gefühle während des Menstruationszyklus der Frau beeinflussen. Sie wägt das Für und Wider der Pille ab und erklärt, was diese im Körper der Frau bewirkt.
Ausführlich geht die Autorin auf die Hormonumstellung in der Monopause ein sowie auf die Geschichte der Hormonersatztherapie. Sie beschreibt die Entwicklung verschiedener Präparate und die Ergebnisse der Studien. Die Risiken, wie beispielsweise ein erhöhtes Brustkrebsrisiko, sollte jede Frau selbst abwägen. Jüngeres Aussehen hat nach Meinung der Autorin mehr mit viel Bewegung, richtiger Ernährung, Nichtrauchen und Ihrem Umfeld als mit der Einnahme von Hormonen zu tun. Diese seien eher geeignet, starke Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Pflaster und Gels seien laut Studien zu bevorzugen. Jede Frau sei ein Individuum mit einem eigenen Hormonhaushalt und brauche „ihre ganz persönliche Hormondosierung“. Doch Parry warnt: „Alle Hormone, ob natürliche oder synthetische, haben Nebenwirkungen.“ Hormone diktieren auch unsere innere Uhr und werden zu verschiedenen Zeiten gebildet und freigesetzt. Sie bergen wohl auch den Schlüssel für ein längeres Leben. Die Lebensdauer zu verlängern, seien wir noch weit davon entfernt. Interessant und spannend zu lesen sind die neuesten Forschungen zum Hormon des Hungers Ghrelin und zum Gegenspieler, dem Sättigungshormon PYY. Ein Gendefekt kann die Bildung des Hormons Leptin (griech: Leptos: dünn) unterdrücken, was zu Fettleibigkeit führen kann.
Ein spannendes, wissenschaftlich mit vielen Studien fundiertes Buch, die im Literaturverzeichnis genannt werden. Die Fachwörter werden im Glossar erklärt.


Parry, Vivienne: Der Tanz der Hormone. Warum wir weinerlich, glücklich, ängstlich oder einfach unausstehlich sind. 382 Seiten, gebunden, Pendo Verlag. München und Zürich 2007. Preis: 19,90 € (D).
ISBN: 978-3-86612-116-4. Infos: www.piper-verlag.de/pendo

 

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